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Posts

an alle Gedanken gedacht?

  Ich war vergangene Woche wandern. Vielleicht war es auch nur ein sehr ausgedehnter Spaziergang, was aber an dieser Stelle keinen Unterschied macht. Ich war unterwegs. Mit mir allein. Und meinen Gedanken. Und das ganz ohne Kopfhörer. Denn normalerweise liebe ich es, mich abzulenken. Ich höre Podcasts oder Musik, ich beschäftige mich mit vielem, damit ich mich nicht mit mir beschäftigen muss. Macht Sinn, oder?     Aber ich lief und hörte zu. Hörte die Natur, wie sie atmete, die Bäumen, wie sie rauschten und die Vögel, wie sie zwitscherten. Und ich hörte mir und meinen Gedanken zu, ohne mich über mich zu nerven. Sie kamen und gingen, wurden weitergespinnt und weggeschickt, sie waren da, weil ich sie angenommen hatte. Und ich kam nie in den Stress wegen meiner Gedanken, was ich im Alltag so oft tue.    Und das ist genau der Unterschied zu meinem Spaziergang und meinem Alltags-Trott. Ich halte Gedanken fest und denke sie immer wieder, bis sie zerdenkt sind. Ich las...

Bittersweet 27 - the Playlist

Wie in den vergangenen zwei Jahren möchte ich zu meinem Geburtstag einen etwas spezielleren Blogpost verfassen. Ich glaube, dass ich wahrscheinlich keines meiner vorigen Lebensjahre so bewusst wahrgenommen, wie das vergangene. Ich habe für mich eine Transformation durchlaufen, begleitet vom Loslassen und Neues anpacken, vom Geben und Nehmen, Abschieden nehmen und Wiedersehen und vielen prägenden Momenten und Entscheidungen, die mich einen riesigen Schritt nach weitergebracht haben.     Deshalb habe ich eine Playlist mit Liedern erstellt, die mich durch das 27. Lebensjahre begleitet haben. 27 Titel mit 27 Geschichten. Geschichten voller Glück und Trauer, Sehnsucht und Liebe, Leidenschaft und manchmal auch Zweifel. Ich durfte ein wunderschönes 27. Lebensjahr verbringen und weil  the best is yet to come , gibt es natürlich auch einen Bonustrack, wie es auf jedem guten Album so üblich ist.    Und wenn du direkt reinhören möchtest, findest du hier die Playlist auf Sp...

Kompromisse

Inspiriert von meiner grossen Schwester – mein erstes Kreuz, mein weisses Herz.     In einer Beziehung soll man kompromissbereit sein, dann kommt es schon gut. So sagt man doch. Ich habe mal die Bedeutung von Kompromiss nachgeschlagen, die soviel bedeutet wie  Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse . Ist es das also, wenn man eine Beziehung – auf welche Art auch immer – führt? Man gibt dem anderen Recht und man bekommt ein bisschen Recht und stimmt dann miteinander überein?    Wäre ich ein bisschen ketzerisch unterwegs, so würde ich behaupten, dass ich mit jedem Kompromiss auch immer ein Teil von mir aufgebe. Ich kapituliere für den Frieden, für den gemeinsamen Weg. Ich gebe nach, ich stecke zurück.    Doch eigentlich ist doch der Sinn vom Gemeinsamen auch den Weg gemeinsam zu gehen, die Lösung zusammen zu suchen, und zwar vielleicht auch mal so lange, bis beide aus voller Überzeugung auf dem Weg gehen wollen.    Ich möchte damit nich...

Lass nicht das Schweigen sprechen

  «Wenn einer nicht mehr mit dir redet, will er dir etwas sagen.»   Wie erschreckend ist es eigentlich, wenn man das Gefühl hat, dass ein Zitat so gut zu einem passt? Also mein pubertierendes Ich war vollkommen davon überzeugt, dass jeder sofort merkt, dass ich etwas sagen will, wenn ich nicht mehr rede. Und noch viel erschreckender war es zu merken, dass ich dieses Muster heute manchmal noch anwende. Selten, aber doch ab und an. Als ob ich jemals damit erfolgreich gewesen wäre. Natürlich nicht.    Dieses passiv-aggressive, das ich oft mit mir herumgetragen habe. Zu glauben, dass schon jemand merkt, dass etwas nicht stimmt und wenn ja, dann hab’ ich dem anderen vielleicht doch selten die Möglichkeit gegeben zu erkennen, was mir fehlt. Nur, wenn ich doch Lust hatte zu erzählen, was nicht stimmt. Ich habe im festen Glauben gelebt, dass «Schweigen» die Lösung zu den Problemen ist und die Menschen um mich herum merken, wenn etwas nicht mehr stimmt.   Doch nehme ich ...

Trust the journey

This blogpost is dedicated to all the English-speaking people in my life. Because if they can find a way to understand my other posts, all my German readers will as well with this one. Neither have I the intention of writing a grammatically perfect blogpost nor would I describe my English as flawless. Nevertheless, I’m doing this, because I’m just beyond thankful to feel the support from people from so far away, even we haven’t seen each other for years. You guys are great.     It all started with this quote I once wrote down while working on my hand-lettering. And then I pinned it to my wall and ever since I read it during yoga class, because that’s where it takes place since we can’t go anywhere else. It says:    It’s funny how we outgrow what we once thought we couldn’t live without,  and then we fall in love with what we didn’t even know we wanted.  Life keeps leading us on journeys we would never go on if it were up to us.    Don’t be afraid....

(nicht) für immer.

Bevor ich mit diesem Blogpost so richtig starte, muss ich vielleicht ein bisschen ausholen. Ich glaube nämlich, über das heutige Thema habe ich schon einmal geschrieben. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Es geht darum, dass nichts für immer ist. Und dass das eigentlich wunderbarer nicht sein könnte.    Gestern in der Mittagspause habe ich in die Runde gesagt, dass es doch krass ist, was in einem Jahr so passieren kann und dass ich vor einem Jahr (gefühlt) noch jemand ganz anderes war. Eine Arbeitskollegin hat dann gemeint, dass sie mich aber schon damals so gern hatte, wie ich bin. Ich habe ihr dann entgegnet, dass ich mich selber heute aber noch ein bisschen lieber mag. Meine entspannteres und offeneres Ich, dass sich traut loszulassen, weil es weiss, dass es dann die Hände frei hat.    Und dann kam mir dieser Spruch in den Sinn, den ich erst grad wieder gehört hatte: «Nichts ist für immer.» Und das kann man auf eine eher positive und natürlich auch eine neg...

und dann?

In unseren Jobs gibt es selten den Punkt, an dem wir «fertig» sind. Es gibt immer etwas zu planen, vorzubereiten, zu perfektionieren oder einfach noch einen weiteren offenen Task, der noch zu erledigen ist. Ein Mail, das eintrudelt, ein Telefonat, das getätigt werden muss oder Absprachen, die unerlässlich zu sein scheinen. Und am besten jetzt und sofort, aber oft auch nicht wegen anderer, sondern wegen uns.     «Wir sorgen uns konstant um die nächste Phase unseres Lebens, obwohl wir uns doch momentan genau da befinden, worauf wir uns gefreut hatten.» Wir streben immer nach vorne, immer «what’s next» und rennen weiter, ohne überhaupt ankommen zu wollen.    Anhalten. Einatmen. Ausatmen. Und einfach mal sehen, was da alle schon ist. Und nicht immer auf das «und dann?» zu warten. Das Gefühl zu haben, dass da noch eine Aufgabe sein müsste, die man lösen soll. Dass wir da noch gebraucht werden, irgendwie und irgendwo.    Wenn ich zu meinem Ich zurückschaue, dass ...