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Posts

Schweigen

Wir schweigen über unsere Ängste, weil sie uns verletzlich machen, ohne überhaupt jemandem die Chance zu geben, uns zu helfen. Wir schweigen über viele unserer Vorstellungen, weil sie nicht der Norm entsprechen. Kein Partner, Kinderwunsch, Eigenheim? Keine Hochzeit, Karrierepläne und Lebensversicherung? Obwohl «weil es für mich so stimmt» die richtige Antwort wäre, rechtfertigen wir uns immer wieder und enden schliesslich im Schweigen, weil es doch so am einfachsten ist.  Wir schweigen darüber, dass wir erschöpft sind, abends müde ins Bett fallen und uns manchmal wünschen, dass sich die Arbeit von selbst erledigt, obwohl sie uns vor einigen Wochen noch grossen Spass bereitet hat.  Wir schweigen darüber auch mal traurig zu sein, dass es doch nicht so ist, wie wir es erhofft haben. Dass das Manifest doch nicht eingetreten ist, dass Wünsche zerplatzen wie Seifenblasen.  Wir schweigen darüber, wie es um uns manchmal wirklich steht, aus Angst, nicht verstanden, abgest...

Atme

- inhale -  Ich atme ein Ich nehme neue Luft in mich auf, neues Leben, neue Energie. Ich sprenge Ketten, stosse weg, was sich so schwer auf meinem Brustkorb abgelegt hat. Ich fülle meine Lungen und mache mich bereit, für alles was kommt.  Ich halte den Atem nicht an Ich lasse meinen Atem zirkulieren, lasse es zu, dass es fliesst. Das Leben, die Energie. Ich verkrampfe mich nicht, ich versuche nicht anzuhalten, festzuhalten, stillzustehen. Denn ich weiss, selbst wenn mein Leben stillzustehen scheint, so dreht sich die Erde weiter und auch das Leben aller um mich herum stoppt nicht. Ich atme aus Ich lasse Dinge gehen, die ich nicht festhalten kann. Ich schaffe Raum für Neues, ich lasse Dinge los, die nicht länger mir gehören. Ich befreie mich von dem, was mich zurückhält. Nimm einen tiefen Atemzug. Nur für dich.  Alles Liebe, Julia - exhale - 

Brief an mein 15-jähriges Ich

Liebe Julia Du wirst morgen 15 Jahre alt und ich, dein 10 Jahre älteres Ich, würde dir gerne ein paar Dinge sagen. Dinge, die du erst lernen musst und trotzdem jetzt schon so wichtig sind. Und dies verpackt in dem Songtext von „pieces“ von Sum 41, deinem jetzigen Lieblingslied.  „I tried to be perfect, but nothing was worth it. I don’t believe it makes me real.“ Leider ist es nicht möglich, perfekt zu sein. Und schnell hast du auch gemerkt, dass dich die Leute nicht mögen, wenn du versuchst, perfekt zu sein, sondern erst dann, wenn du dich selbst bist. Natürlich eckst du an. Oft bist zu laut, zu viel von vielem und trotzdem macht es dich aus. Und auch wenn du vielleicht manchmal ein Blatt vor den Mund nehmen solltest, so tu es nicht. Du darfst gehört werden. Irgendwann wirst auch du ruhiger sein, aber dafür ist die Zeit jetzt noch nicht gekommen.  „I’d thought it’ be easy, but no one believes me. I meant all the things I said.“ Du weisst, das Leben ist nicht i...

gerettet werden

Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich das Gefühl habe, dass jemand anderes «gerettet» werden muss. Ich meine zu glauben, dass es der Person besser gehen könnte, wenn sie etwas ändern würde. Und doch ist es so: Obwohl man gerne jemanden retten möchte, will die Person gar nicht gerettet werden. Als ob ich einen Rettungsring ins Wasser werfe, die andere Person aber gerne noch etwas vor sich «hinstrampelt».  Ganz ehrlich: ich bin auch so! Ich will manchmal gar nicht gerettet werden, ich will mir manchmal nicht helfen lassen, weil es meine Sturheit nicht zulässt. Früher war es eher so, dass ich mir gerne leidgetan habe und mich oft etwas in meinem Selbstmitleid suhlte. Obwohl ich umgeben war von helfenden Händen, habe ich gerne gezögert, bevor ich sie genommen habe.  Vor allem in der Pubertät genoss ich es zu schwimmen, mich treiben zu lassen in meinem Leid – meinem Selbstmitleid und manchmal sogar im Mitleid anderer. Denn alles was man erhält ist Aufmerksamkeit. Und...

Serendipity

  … oder: erlaube dir, glücklich zu sein Eine der Fragen, die mich in letzter Zeit oft beschäftig ist, was mich wirklich glücklich macht. Denn, ehrlich gesagt, ist dies einer der zentralen Punkte in meinem Leben. Ich möchte glücklich sein. Glücklich mit dem, was ich tue, wer ich bin. Und natürlich trägt auch vieles dazu bei, wo ich bin, nur kann ich das nicht immer steuern.  Wäre ich eine Superheldin, hätte ich gerne die Superkraft, glücklich zu sein und egal was auch passieren wird, immer wieder nach dem Glücklichsein zu streben und es immer wieder zu finden.  Wir streben oft nach Perfektionismus, ohne uns zu fragen, ob es wirklich das ist, was wir wirklich möchten. Ich habe vor einigen Tagen in einem Podcast den Spruch gehört: «Now that I don’t have to be perfect, I can be good.» Ist das nicht genug, gut zu sein? Für mich definitiv etwas, dass mein Denken verändert hat. Denn gut zu sein, ist manchmal eben einfach gut genug.  Denn perfekt zu sein ist e...

auf dem Weg sein

«I don’t know where I am going, but I am on my way» Ich weiss es geht im Moment nicht nur mir so, sondern auch vielen Leuten in meinem Umfeld. Ich weiss, dass ich noch nicht angekommen bin, ich weiss aber auch nicht, wohin der Weg überhaupt führen soll. Ich weiss nur, dass ich auf dem Weg bin – auf meinem Weg bin und dass ich dorthin gehe, wo es sich gerade gut anfühlt.  Und ganz ehrlich, auch wenn ich mal stillstehe, um mich umzuschauen, so ist dieser Stillstand keinen Rückschritt. Ich betrachte, was ich schon alles erreicht habe, was es gebraucht hat, um überhaupt so weit zu kommen. Stillstand bedeutet auch mal, sich zu fragen, ob es wirklich der richtige Abzweiger war und sich auch die Möglichkeit zu geben, umzukehren, wenn es doch nicht mehr stimmt.  So meine lieben Leute, die da irgendwo auch auf dem Weg sind. You’re doing great! Ich weiss, manchmal ist es schwierig, in einer Welt zu leben, die am liebsten nur Antworten und Ziele hätte, die nach Fokus und Erf...

Herzenhören

Geht es dir manchmal auch so, dass du innerlich schon lange entschieden hast, was du gerne möchtest, dein Kopf sich aber nochmal tausend Gedanken macht, ob das auch wirklich gut so ist? Kennst du das, wenn dein Bauchgefühl schon lange unverändert bleibt, dein Gehirn aber nochmal Pro und Kontra abwägen muss, bis es dann schliesslich auch zu Gunsten des inneren Gefühls entscheidet? Ich habe mich gefragt, weshalb ich mir und meinem Herzen oft nicht vertraue, obwohl man doch ganz genau spürt, was man möchte.  Denn Fakt ist, dass die Nervenverbindungen vom Herzen zum Gehirn viel stärker und vermehrter vorhanden sind, als diejenigen vom Gehirn zum Herzen. Das Gehirn führt also immer aus, was das Herz sagt, wobei es umgekehrt nicht immer so ist.  Ausserdem ist das Magnetfeld, das vom Herzen ausgeht, ein hundertfaches stärker als dasjenige des Gehirns. Unser Herz pulsiert also und sendet Signale und unser Gehirn muss – wie es eben ein gutes System so tut – sich immer wieder m...