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Tagträumen

 Und so sitze ich hier, in einem Café meiner Wahl, meinen kalten Kaffee neben mir und Nuvole Bianche von Ludovico Einaudi auf meinen Ohren. Ich beobachte Menschen, während die Playlist auf Una Mattina wechselt. Und ich sitze und träume ein bisschen vor mich hin. Mein Kopf ist voller Gedanken und Ideen und trotzdem weiss ich nicht genau, wo ich beginnen soll, damit es nicht zu schwer wird. Und trotzdem ehrlich bleibt. 

 

Denn letzte Woche stand ich in einem Bücherladen – mein Paradies. Denn ich liebe Wörter und Satzzeichen mehr als die meisten Dinge. Geschichten, Gedichte, Sprüche. Bilder, Zeichnungen und Skizzen. Zwei Buchdeckel, die das Geschaffene umarmen und wahren, als wäre jedes Buch sein eigenes kleines Zuhause. 

Aber so stand ich plötzlich zwischen all den gute gemeinten Ratgebern, die einen Weg aus jeder Krise wissen, ein Silberstreif an jedem Horizont finden und ganz sicher das richtige Rezept für die Lösung haben. Wie ich doch in den meisten Fällen auch. 
Aber ich habe nichts gefühlt. Keine Motivation, keine Inspiration. 

 

Und es war okay. Weil man nicht immer aus allem das meiste rausholen muss. 
Weil es manchmal gar nichts sein muss. 

 

Jetzt sitze ich hier. Meine Klaviermusik wird von einem Strassenmusiker übertönt, der nach Ed Sheeran klingt. Ob er so aussieht, weiss ich nicht, ich höre ihn nur. Nach Wonderwall gibt er nun Chasing Cars zum Besten. Ob es mich traurig stimmt? Mehr, als ich möchte. 

 

In einem Teenie-Musical-Drama, welches ich vor Jahren so liebte, heisst es in einem Lied «dreams were meant for sleeping». Träume sind zum Schlafen gemacht. Und manchmal verfallen wir auch in Tagträume. Oder wir sind gefangen darin. Oder es ist halt einfach das Leben. Und wir können nicht aufwachen, weil wir nicht schlafen. Und der einzige Weg raus ist durchzugehen. Spätestens jetzt, als der Strassenmusiker Perfectklimpert. 

 

In diesen Momenten ist es okay das zu tun, wonach einem gerade ist. Weiterhin Musik zu hören, die einen melancholisch oder traurig stimmen oder den Beat aufzudrehen. Es ist okay den Blogpost fertigzulesen und nach einem optimistischeren zu suchen. Oder das Gerät aus den Händen zu legen und die Augen zu schliessen, um in einen «wirklichen» Traum zu verfallen. 

 

Better days are coming if no one told you. Und es werden Momente in unserem Leben kommen, aus denen wir nie aufwachen wollen. Und deshalb ist es okay, auch mal alles blöd zu finden, wenn nicht sogar total besch…en. Deshalb tanze ich innerlich zum Lied Dance Monkey mit und zeige den Dingen, die mich traurig machen, gleichzeitig den Mittelfinger (natürlich auch innerlich). 

 

So höre ich nun The Scientist in meinen Ohren und weiss, dass es nie einfach werden würde, aber vielleicht irgendwann nicht mehr ganz so hart, wie es manchmal scheint. Und sonst, ja sonst gehen wir zurück zum Start.

 

Alles Liebe, Julia

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