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Weltschmerz pt. 2

Ich wünsche dir die Geduld,
die Dinge hinzunehmen, 
die du nicht ändern kannst, 
auszuhalten, ohne anzuhalten, 
weiter zu atmen,
obwohl es uns den Atem nehmen will.

 

So dear mother earth I’m asking you once again; 

why haven’t we learnt anything, why can’t we stand still?

Why can’t we appreciate that we still stand?

 

Da ist diese Wut in unserem Bauch, die Angst, die Hilflosigkeit und das Unverständnis. Weil es scheint, als hätten wir noch nie so wenig in unseren Händen gehabt, obwohl wir alles in unseren Händen haben. 

Wir wünschen uns eine Deadline, ein Ende, das endlich in Sicht ist. Heilung. 
Wir werden zu Opfern, obwohl wir uns doch Mühe geben. Doch Mühe geben ist schwer, achtsam sein noch schwerer und wir versuchen uns an Regeln zu halten, obwohl wir manchmal gar nicht so genau wissen, ob es auch was bringt. 

 

Und dennoch liegt der Ball öfter bei uns, als wir es uns zugestehen wollen. Es ist in unseren Händen, ob wir auch seelisch und emotional Abstand halten, oder nur körperlich. Es ist unsere Sache, ob wir unter der Maske lächeln und es liegt an uns, die Dinge anzuwenden, die wir vor einem halben Jahr gelernt haben. 

 

Wir haben den Lagerkoller, wir haben genug. Wir möchten selber entscheiden, dass wir in der dunklen Jahreszeit drinnen bleiben und es uns nicht vorschreiben lassen. Wir wollen leben, andere kennenlernen, Neues entdecken. Und das bitte draussen, da, wo wir atmen können, da wo die Sonne scheint. 

Wir wollen Informationen und nicht nur Fakten, die uns vor die Füsse geschmissen werden. Zahlen, die uns nichts sagen und nur Angst machen. Wir brauchen ein stärkeres Warum, damit wir das Darum bilden können. 

 

Und ja, wir stossen an unsere Grenzen. Wir alle. Und niemand will es zugeben. 

Ich erwünsche mir das Ende, doch es ist noch kein Ende in Sicht. 

 

Und du fragst mich was ich hab’ und ich sag «Weltschmerz». 

Und du nimmst mich in den Arm, aber nur in Gedanken, denn sonst heilen wir nicht. 

 

Und nach wie vor wünsche ich dir von ganzem Herzen

Liebe, Geduld und Zuversicht. 

Keep breathing,

Julia

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