Direkt zum Hauptbereich

Gespräche

A conversation
should feel like breathing
never like holding your breath. 

- Chris Ferreiras

Ein Gespräch sollte sich wie atmen anfühlen und nie so, als würde man den Atem anhalten. 


Ich liebe es von einem Treffen nach Hause zu kommen und einfach beschwingt zu sein. Glücklicher als zuvor. Vielleicht auch inspirierter, ausgeglichener, lebendiger. Ich brauche die Begegnungen, die mir das Gefühl geben, dass ich gehört werde aber auch diejenigen, die mein Zuhören schätzen und brauchen.
Begegnungen, die meinem Leben etwas hinzufügen, dass da vorher noch nicht war und ich vielleicht auch gar nicht gesucht habe. Aber es bringt einen Mehrwert in mein Leben, wie der Sauerstoff zum Atmen. 

Manchmal leben wir nämlich in toxischen Beziehungen, die sich anfühlen, als ob man durch ein Minenfeld gehen würde und hofft, nichts Falsches zu sagen oder zu machen, damit auch keine Bombe explodiert. Und trotzdem verlassen wir das Feld nicht, weil es uns vielleicht für einen kurzen Moment den gewissen Kick gibt.
Doch anschliessend verlassen wir diese Begegnungen keuchend, fast atemlos und erschöpft, weil sie einem so viel mehr Energie rauben, als dass es sollte und wir schliesslich mit weniger dastehen, als wir zuvor hatten. 

Und genau in diesem Moment solltest du diese toxische Beziehung verlassen. Du musst atmen. Du bist keine Pflanze, die Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff umwandeln kann. Niemand kann das, und niemand sollte überhaupt in Erwägung ziehen, einem Menschen so viel geben zu wollen, ohne dass nur ein Fünkchen Leben zurückkommt. 

Deshalb achte darauf, in welchen Kreisen du dich bewegst, wer nur von deinem Atem haben möchte und wer dich in seiner Umgebung atmen lässt. Es ist dein Recht eine Beziehung zu verlassen, vor allem dann, wenn sie dir deine Energie raubt.
Beende Gespräche, die dir nicht guttun. Frage dich, weshalb dir eine Diskussion so zusetzt. Ist es die Sache, um die es geht oder die Art und Weise, wie mit dir umgegangen wird?

Es gibt Menschen, deren Gespräche und Begegnungen mit dir, dich beflügeln werden, dich aufleben lassen und dich wertschätzen, so wie du bist. Halte dich an diese Personen und sobald du atmen kannst, wirst du auch andere atmen lassen. 

Alles Liebe, Julia

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Lately

Lately, I feel like lately 'Stead of heaven, I only see the sky But maybe, I mean maybe Oh, there′s got to be more to this life  (More to this life – M. Giesinger & M. Schulte) Ich bin im Trott. Zwischen arbeiten, Wäsche waschen, einkaufen und kochen, koordinieren und organisieren, differenzieren und reflektieren  und am Schluss noch schlafen. Viel schlafen. Ich treffe zu wenige von den  vielen Leuten, die ich so gerne mag. Weil ich nicht mag.  Ich bin im Individualisierungs-Burnout, weil mich die Masse erschlägt, und ich doch niemandem so richtig gerecht werde.  Instead of heaven, I only see the sky.  I treat the universe inside of me as if it was an ordinary world.  The fire inside of me doesn’t seem to burn as much as the fire around me.  Und doch scheint die Sonne jeden Tag neu.  Unermüdlich. Aussergewöhnlich. Zu selbstverständlich.  Wir schulden ihr nicht mal was dafür.  Der Frühling kommt ungefragt aber so ersehnt. ...

weshalb Hoffen nicht die Lösung ist

Um ehrlich zu sein war ich im letzten Monat die Person, die meine Blogposts hätte lesen sollen. All this time I was finding myself and I didn‘t know, I was lost. Und manchmal scheint es, als würde es mir doch plötzlich wie Schuppen von den Augen fallen. Naja, solche Momente habe ich von Zeit zu Zeit; das Gefühl der «Erkenntnis». Und doch erkenne ich nicht immer und sehe nicht klar. Manches rede ich mir schöner, als dass es wirklich ist und anderes zeichnet sich in meinen Gedanken schlimmer und schmerzhafter ab, als es sein sollte. Und weshalb schreibe ich dann Blogposts? Um eine Essenz aus solchen Momenten zu ziehen. Um anderen einen Impuls zu geben. Und ich habe nicht mehr geschrieben, weil ich es nicht konnte. Nicht, dass es mir schlecht ging und ich am Boden zerstört war, sondern weil ich das Gefühl hatte, ich könnte mit dir, mit der Welt, nicht das teilen, was sinnstiftend ist. Jetzt sitze ich hier und schreibe trotzdem. Nicht, weil ich etwas gefunden habe, was die Welt wirklic...

Ode an meine Zwanziger

Nur kurz vorab: Dieser Post wird keine Ode im klassischen Sinne, sondern eine, in meinem Sinne. So wie ich nämlich auch meine Zwanziger gelebt habe.    Ich stehe kurz vor meinen Dreissigern, nur noch einen Augenblick entfernt. Vor ein paar Jahren noch mein Endgegner, heute ist es eher eine Erleichterung. Die Zwanziger waren für mich eine Herausforderung zwischen Überleben, Kämpfen und Leben. Die Reihenfolge war hier frei wählbar, Episoden waren wiederkehrend und manchmal war es auch alles miteinander.    In den Zwanziger kann man alles tun, man sollte aber auch alles tun. Sich ausprobieren, reisen und Neues erleben. Am besten aber auch Geld verdienen, sich ein Standbein aufbauen und gleichzeitig in die Zukunft schauen. Alte Kontakte pflegen und neue Menschen kennenlernen, und vor allem auf eigenen Beinen stehen.  Ich nahm das sehr ernst. Vielleicht oft auch zu ernst. Ich habe mich mental an diesen Vorstellungen festgehalten und wurde erst frei, als ich all das l...