Direkt zum Hauptbereich

Glück ist unabhängig

Ich hatte gefühlt eine Woche voller negativer Neuigkeiten. Trennungen, Krankheit, Gerüchten und Unsicherheit. Und irgendwie fühlte ich mich schnell von dieser Informationsflut niedergeschlagen. Als ob das plötzlich alles auf mir lasten würde, obwohl es nichts mit mir zu tun hat. Dieser Wind hat mein Kartenhäuschen zum Wanken gebracht, obwohl ich das gar nicht wollte. 

Ich habe soeben einen Podcast gehört, in welchem die Protagonistin erzählt hat, dass sie sich jeweils in solchen Momenten fragt, was denn gerade gut läuft in ihrem Leben. Was ist es denn, dass mein Kartenhaus doch nicht so schnell umfällt, was gibt mir das Fundament, trotzdem wieder aufrecht zu sein, wenn es das Gefühl nicht zugelassen hatte? 

Denn ehrlich gesagt ist es so, dass in meinem Leben vieles sehr rund läuft. Ich bin gesund, produktiv und fühle mich den Dingen, die mir so entgegenkommen, meist gut gewachsen. Und so habe ich gemerkt:  Nur weil der Sturm um mich herum tobt, muss er nicht in mir sein. Mein Glück ist nicht abhängig von dem, was aussen passiert, auf jeden Fall nicht primär. 
Und vielleicht kommen wir hier auch wieder auf ältere Texte zurück, wie die Dankbarkeit darüber, was ich habe, oder dass ich Probleme anderer nicht zu meinen machen muss. Dinge, denen ich mir eigentlich schon lange bewusst bin, die mir Halt geben können, aber oft in Vergessenheit geraten. 

Denn ich gebe jeden Tag das beste dafür, dass mein Leben funktioniert, dass mein Kartenhaus stabil steht, auch wenn es mal stürmt. Ich gebe all das, was ich kann. Und es ist genug. Mein Glück ist nicht von demjenigen der anderen abhängig, meine Empathie soll nicht in ständigem Mitleid enden, Gerüchte über andere sollen mich nicht beeinflussen, denn es geht mich schlichtweg nichts an. 

Und wenn es dir vielleicht auch manchmal so geht, dann lass die Stürme toben und such die Leuchttürme, die du dir selber gebaut hast. Suche den Halt, den du brauchst, und stürze dich nicht in die Fluten, weil du Dinge anderer nicht beeinflussen kann. Sei dein Anker, jeden Tag aufs Neue. 

Alles Liebe, Julia

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

weshalb Hoffen nicht die Lösung ist

Um ehrlich zu sein war ich im letzten Monat die Person, die meine Blogposts hätte lesen sollen. All this time I was finding myself and I didn‘t know, I was lost. Und manchmal scheint es, als würde es mir doch plötzlich wie Schuppen von den Augen fallen. Naja, solche Momente habe ich von Zeit zu Zeit; das Gefühl der «Erkenntnis». Und doch erkenne ich nicht immer und sehe nicht klar. Manches rede ich mir schöner, als dass es wirklich ist und anderes zeichnet sich in meinen Gedanken schlimmer und schmerzhafter ab, als es sein sollte. Und weshalb schreibe ich dann Blogposts? Um eine Essenz aus solchen Momenten zu ziehen. Um anderen einen Impuls zu geben. Und ich habe nicht mehr geschrieben, weil ich es nicht konnte. Nicht, dass es mir schlecht ging und ich am Boden zerstört war, sondern weil ich das Gefühl hatte, ich könnte mit dir, mit der Welt, nicht das teilen, was sinnstiftend ist. Jetzt sitze ich hier und schreibe trotzdem. Nicht, weil ich etwas gefunden habe, was die Welt wirklic...

Lately

Lately, I feel like lately 'Stead of heaven, I only see the sky But maybe, I mean maybe Oh, there′s got to be more to this life  (More to this life – M. Giesinger & M. Schulte) Ich bin im Trott. Zwischen arbeiten, Wäsche waschen, einkaufen und kochen, koordinieren und organisieren, differenzieren und reflektieren  und am Schluss noch schlafen. Viel schlafen. Ich treffe zu wenige von den  vielen Leuten, die ich so gerne mag. Weil ich nicht mag.  Ich bin im Individualisierungs-Burnout, weil mich die Masse erschlägt, und ich doch niemandem so richtig gerecht werde.  Instead of heaven, I only see the sky.  I treat the universe inside of me as if it was an ordinary world.  The fire inside of me doesn’t seem to burn as much as the fire around me.  Und doch scheint die Sonne jeden Tag neu.  Unermüdlich. Aussergewöhnlich. Zu selbstverständlich.  Wir schulden ihr nicht mal was dafür.  Der Frühling kommt ungefragt aber so ersehnt. ...

Aushalten

Ich komme in meinem Leben immer wieder an einen Punkt, an dem alles geplant und getan ist und ich nur noch warten kann, bis es weitergeht. Obwohl ich am liebsten schon drei Schritte weiter wäre, kann ich die Zeit nicht nach vorne spulen. Und wenn ich dann die Gelassenheit verliere, die ich mir so sehr herbeiwünsche, denke ich ab und zu an die Zeilen, die ich in einem vergangenen Blogpost geschrieben habe:     Ich wünsche dir die Geduld die Dinge hinzunehmen,  die du nicht ändern kannst,  auszuhalten, ohne anzuhalten,   weiter zu atmen, obwohl es uns den Atem nehmen will. -         Weltschmerz pt. 2   Also versuche ich zu fliessen, weiterzugehen mit der Gewissheit, dass ich noch nicht so schnell ankommen werde, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. Aber nicht zu warten, sondern das in die Hand zu nehmen, was ich kann, bis das eintritt, wofür ich gearbeitet habe.   Und vielleicht fragst du dich, wovon ich die ganze...