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Du kannst sein, was du möchtest...


… aber bitte nicht zu viel davon.



Der Titel dieses Blogs kann auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen irreführend sein. Es geht hier nämlich nicht um das, was uns alle Welt sagt. Denn nicht nur in New York scheinen wir heutzutage unbegrenzte Möglichkeiten zu haben, sondern überall. Wir haben Transportmittel, die uns überall hinzubringen scheinen (wenn wir das Kleingeld dazu haben), Weiterbildungsmöglichkeiten ohne Ende und natürlich das WorldWideWeb, das uns hilft, Dinge in Sekundenschnelle überall zu verbreiten. Nicht, dass ich davon abgeneigt bin, aber können wir dabei wirklich sein, was oder wen wir möchten?

Es beginnt doch schon bei der Geburt; man ist nicht „nur“ Mensch – man ist Mädchen oder Junge, rosa oder hellblau, Puppe oder Bagger, Schleife oder Krawatte, Pferd oder Motocross-Töff, Prosecco oder Bier, … Natürlich nicht, aber das Stigmatisieren findet ununterbrochen statt. Immer wieder suchen wir nach dem, was nicht in unsere Vorstellungen hineinpasst.

Und wenn dann ein Knabe doch ein rosa T-Shirt trägt? Dann ist es im ersten Moment Mode, passt schon, ist doch süss. Und wenn er eine „Mädchen-Badehose“ trägt, ist es das dann immer noch?

Wir sind fasziniert von dem, was nicht ins Schema x passt. Doch plötzlich beginnt es doch uns zu stören. Denn es strengt an, sich mit Neuem und Anderem auseinanderzusetzen. Sind wir anders, haben wir das Gefühl, uns erklären zu müssen. Wir ernten Blicke, vielleicht auch für unsere Kinder, die gerne anders sind, unsere Freunde und Familienmitglieder, die sich ausprobieren. Diese Anstrengung des „Abnormalen“ geht uns früher oder später auf die Nerven – behaupte ich.

Aber ist es wirklich so schlimm, etwas, das aus dem Rahmen fällt, einfach so stehen zu lassen? Menschen zu feiern, die sich gerne mal ausprobieren möchten. Und solange sie mich damit nicht verletzen, mich nicht zu etwas drängen oder überreden möchten, tut es mir doch nicht weh, oder?

Fazit ist, dass wir nicht sein können was wir wollen, solange wir selber nicht offen gegenüber Neuem sind. So ist meine Denkweise. Vielem gegenüber, das ich nicht verstehe, bin ich abgeneigt, obwohl niemand von mir erwartet, dass ich es verstehe.

Und nun mein Gedanke für dich: Lächle Menschen zu, die sich getrauen, aus dem Rahmen zu fallen, die danach suchen, was sie sein möchten. Sich dabei vielleicht auch nicht ganz wohl fühlen, weil sie wissen, dass sie anders sind, als das Erwartete. Dabei musst du sie nicht verstehen, aber ein abwegiger Kommentar nachdem die Person an dir vorbeigegangen ist, wird es auch nicht ändern und unsere Stigmatisierung sowieso nicht.

Lass die anderen so, wie sie sein möchten. Werde, was du möchtest, wenn du möchtest.

Aber vor allem: viel Liebe für dich, Julia

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