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Bumpy 29

  And just like the moon, you shall go through phases of light, of dark, and of everything in between. An though you may not always appear with the same brightness; you are always, always whole.   Und ja, schon bald ist mein 29. Lebensjahr vorüber. Und wahrscheinlich könnte ich copy-paste machen, von alldem, was ich in meinen letzten «Jahresrückblicken» schrieb; auch dieses Jahr hatte von allem etwas dabei. Und vielleicht waren die Wellen höher, auf denen ich surfte und auch diejenigen, die über mir zusammenschlugen. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was dieses Jahr mit mir gemacht hat. Und bei allem, was war, bleibt die Dankbarkeit.   Was auch bleibt sind die Lieder, ob wir nun dazu tanzen oder den Tönen einfach nur lauschen, ob auf Shuffle oder in Endlosschlaufe oder nur ein ganz spezielles Lied hören wollen. Das hier sind 29 Lieder, von mir oder anderen ausgesucht, die sich dieses Jahr auf jeden Fall einen Platz verdient haben. Und dann natürlich der Bonus, der letzt...

nach dem Sturm

So stehe ich hier oben auf dem Berg und meine, weiter zu sehen und  klarer zu denken und den Sturm hinter mir gelassen zu haben.    Die holprige Zugfahrt in einer rostigen Zahnradbahn durch Tunnels und Nebel, durch Schnee und Kälte. Die steinige Reise  auf die ich so gerne verzichtet hätte, auch wenn man im Nachhinein immer schlauer ist und man daraus lernt.  Sagen sie. Sie war mühselig, sie war lang, sie dauerte gefühlt ewig.  Und dass die Fahrt jetzt zu Ende ist  und ich wirklich umgestiegen bin,  weiss ich manchmal noch nicht so recht.    Und der nächste Sturm kommt immer so überraschend wie der erste Schnee für die öffentlichen Verkehrsmittel. Denn vielleicht bin ich nur  im Auge des Sturms und geniesse die Aussicht.   Aber so lasse ich  die Discokugel an und  dreh mich im Kreis,  aber ganz bewusst. Tanze los, im Rausch von Gefühlen und anderem. Ich lass immer wieder los und halte mich fest; an Momenten, an F...

der Elefant im Raum

Da stehen wir, reden nicht über die Dinge,  die immer noch ungesagt sind,  sondern tanzen Seite an Seite um den riesigen Elefanten im Raum.  Ich laufe weg, spiele Verstecken mit mir und finde mich so selten,  weil mir das Suchen zu anstrengend ist.  Hätte ich einen Wunsch frei, wäre es einen für dich und einen für mich.  Unsere Rucksäcke, die schwerer sind, als sie müssten und wir sie tragen,  obwohl wir eigentlich nicht wollen.    Da stehen wir,  reden doch über die Dinge, die so lange ungesagt waren, und trotzdem gelingt es uns nur den Elefanten zu beschreiben.    Denn deiner ist nicht meiner und trotzdem sehen wir ihn beide.  Könnte ich ihn wegzaubern,  dann würde ich es tun,  obwohl die Angst gross ist,  herauszufinden, was sich unter ihm verbirgt.  Lass uns Verstecken spielen vor der Welt.  Lass uns uns neu finden  und entdecken und wenigstens die sonnige Seite des Elefanten sehen.  ...

happily ever after

Do we live happily ever after? After loss, after heartbreak, after leaving? After rejection, after failure, after all? I know we deserve to.    Auf Englisch heisst es am Ende von Märchen oder den geliebten Disneyfilmen: «And they lived happily ever after”, was ins Deutsche übersetzt wird als «Und sie lebten glücklich bis ans Lebensende.» Wovon ich überzeugt bin, ist dass diese Übersetzung doch ein wenig übertrieben ist. Denn  ever after  heisst eigentlich «nur» seitdem. Nicht für immer.     Wonach dürfen wir denn glücklich weiterleben? Gibt es eine Vorlage, die beschreibt, ab wann und wie man weiterleben darf? Nach Verlust und Trauer, nachdem man aufgegeben hat oder verlassen wurde? Oder: Dürfen wir auch dann traurig sein, wenn die ganze Welt denkt, dass man nun glücklich sein müsste? Nachdem man endlich die Prüfung bestanden, das Kind auf der Welt oder der Umzug geschafft ist? Wenn das Puzzle endlich zusammengesetzt, aber das Sujet doch nicht das rich...

Wellen

It comes and goes in waves, it always does. We watch as our young hearts fade, into the flood.   And the feeling of falling – the feeling I thought was set in stone, it slips through my fingers, I’m trying hard to let go. It comes and goes in waves and carries us away.   Waves - Dean Lewis     Ich weiss nicht, wie lange dieses Dokument nun offen stand. Wie oft der Cursor geblinkt hat, wie ein Sekundenzeiger. Wie lange die Worte nicht flossen oder es nur in meinem Kopf taten. Und dann wieder gelöscht wurden oder es gar nicht aufs Papier geschafft haben. Die Worte waren da und haben gefehlt, weil ich nicht beschreiben konnte, was ich sagen wollte.  Ich weiss nicht, wie lange die ersten Worte ganz verlassen die ersten Zeilen dieses Textes bildeten. Die Verse dieses Songtexts, mit den Worten eines Liedes, dass mich nun einige Wochen begleitet hatte. Und ich nicht wusste, wie genau ich nun fortfahren soll.  Dass das Leben in Wellen kommt, war mir schon immer kla...

Lass ein Licht an

Ich lass für dich ein Licht an. Wenn die Tage kürzer sind und dunkler werden.  Wenn es sich schwerer anfühlt,  als es sollte und die Kälte unaufhaltsam ist.    Alles ist schwierig, bevor es leichter wird. Laufen lernen,  Schuhe binden,  Kuchen backen oder Vertrauen zu fassen  in sich und andere, in Taten und Worte. Oder sich zu verlieben in sich oder jemand anderes, ins Leben und vielleicht auch in Umstände obwohl sie zu Beginn sehr ungünstig scheinen.   Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich.   Auch wenn ich  die Möglichkeiten nicht kenne oder nicht kennen möchte,  weil es zu viele sind.  Weil dieser Blumenstrauss wunderschön und zugleich erschlagend ist.  Wenn Zuversicht  ein Wunsch ist, der noch von der Angst verdeckt wird.  Ich lass für mich ein Licht an. Wenn ich vergesse,  was ich schon längst weiss,  wenn ich zweifle, und die Unsicherheit anklopft.    Und vor allem auch dann,  w...

Du wirst geliebt

I hope you live a life you’re proud of.  If you find that you are not,  I hope you have the strength to start all over again. -         F. Scott Fitzgerald   Ich habe heute eine Sprachnachricht erhalten. Am Ende hiess es:  Ich hoffe du weisst, dass Menschen dich lieben.  Wir vergessen das zu oft. In all dem, was ist. In all dem Hetzen, der ständigen Suche nach Sicherheit und Struktur. Dass man wertvoll ist für seine Liebsten. Unersetzbar, unverkennbar.   Zu oft passiert es mir, dass ich hin und her hüpfe. Zwischen dem Leben, dass mein Kopf gedenkt, leben zu müssen, gebildet aus meinen autoritären Stimmen und Normen unserer Gesellschaft und demjenigen, dass mich glücklich und stolz macht. Aus dem Sicherheitssinn hin zu dem, was noch leerer Raum zu sein scheint, der aber gleichzeitig mit so vielen neuen Dingen gefüllt werden darf. Und obwohl ich weiss, was ich mein Herz eigentlich möchte, so fehlt mir manchmal der Mut, es zu...