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Gefühle sind zum Fühlen da.

It is both a blessing and a curse to feel everything so very deeply.      Ich habe mich in letzter Zeit unglaublich schwergetan, neue Texte zu schreiben. Nicht, weil ich nichts zu schreiben gehabt hätte. Wir alle haben unsere Geschichten, sie werden jeden Tag neu erzählt und andere wieder umformuliert. Sie werden jeden Tag gelebt, geliebt und manchmal tun sie auch ein bisschen weh.    Jede Geschichte ist mit Gefühlen und Emotionen verbunden. Und je mehr sie uns bedeuten, desto mehr Emotionen stecken dahinter. Und das ist es; Fluch und Segen gleichzeitig. Dinge, so sehr fühlen zu können und zu dürfen, dass sie uns entweder beflügeln, dass wir meinen, unglaublich hoch fliegen zu können, oder uns so sehr niederschlagen, dass wir einfach nur noch auf dem Boden liegen wollen.    Niemand kann uns daran hindern zu fühlen.  Niemand soll uns daran hindern zu fühlen.    Doch manchmal erschlagen sie einen so sehr, als würde eine Welle über uns zusa...

ich.

  Ich.   «Glück ist, ich sein zu dürfen.»   Dies ist der letzte Satz, den ich in eine Art Tagebuch geschrieben habe und er stammt von Ende Mai. Seither habe ich nicht mir hineingeschrieben. Weshalb genau, weiss ich auch nicht.  Rückblickend war ich erstaunt, dass ich dies zu diesem Zeitpunkt geschrieben habe. Ich hatte mich bei einem Morgenspaziergang gefragt, was Glück für mich bedeutet. Und unter anderem war das meine Antwort. So schön, wie ich rückblickend finde.    Denn ehrlicherweise fühlte ich mich in dieser Zeit manchmal deplatziert und entwurzelt. Nicht bewusst, nicht aktiv, aber irgendwie in der Schwebe und in einer Inkonstanz, die ich nicht fassen konnte. Wie kleine Wellen, die irgendwann grösser wurden. Und wie die Gezeiten; denn alles was kam, ging auch wieder.    Hätte man mich aber gestern Abend gefragt, was Glück für mich ist, hätte ich wahrscheinlich auch geantwortet: «Glück ist für mich, ich sein zu dürfen.»   Und es ist nich...

they don't want you to change

« I mean, there was always somethin’ in me head, tappin’ away, tellin’ me I might have got it all wrong. But I’d just play another record or buy another dress an’ stop worryin’. There’s always somethin’ to make you forget about it. So, y’ do, y’ keep goin’, tellin’ yourself life’s great. There’s always another club to go to, a new feller to be chasin’, a laugh an’ a joke with the girls.  Till, one day, y’ own up to yourself an’ y’ say, is this it? Is this the absolute maximum I can expect from this livin’ lark? An’ that’s the big moment that one, that’s the point when y’ have to decide whether it’s gonna be another change of dress or a change in yourself.  An’ it’s really temptin’ to go out an’ get another dress y’ know, it is. Cos it’s easy, it doesn’t cost anythin’, it doesn’t upset anyone around y’.  Like cos they don’t want y’ to change . »   Die obenstehende Textpassage stammt aus dem Buch  Educating Rita  von  Willy Russell .  Wir haben es w...

ein bisschen Poesie

Viele Gedanken bewohnen meinen Kopf. Viele Emotionen begleiten mich durch den Tag. Es scheint manchmal, als würde ich mich nach Leichtigkeit sehnen, obwohl mich wenig bedrückt. Zurück zum etwas naiveren und unbekümmerten Ich, das manchmal auch voller Sorgen war, über die ich heute lache.  Denn denken wir drei Probleme zurück, so waren es vielleicht doch keine.    Wie Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Sonne und Mond. Wir wechseln uns ab, die unbeschwerten Tage und diejenigen, die uns melancholisch stimmen. Weil es dazugehört. Das alles. Die Kreisläufe, die eben alles beinhalten.    Und vielleicht bin ich da auch mittendrin. Im mich suchen und vielleicht auch finden, mich selber nicht zu verlieren in all dem, was sonst noch ist. Im Krieg mit meinem rationalen und doch sehr emotionalen Ich. Im Konflikt zwischen wollen und können. Zwischen sollen und dürfen.    Um schliesslich auch schrittweise zu merken, dass die Zeit oft auch für einen spielt und nicht dageg...

Zwischen meinen Zeilen

Ich will weniger Verschwiegenheit Ehrlich zu mir selber sein Weniger Vergleiche, mich weniger vergleichen Aus ganzer Seele sprechen, nicht nur mit dem Mund Aus Schranken werden Weichen Schranken werden weichen   Vor ein paar Wochen hat mir eine gute Freundin das Lied «Zwischen meinen Zeilen» von  LEA  zugesendet und gemeint: «Vielleicht schreibst du ja mal einen Blogpost darüber.» Ich habe es mir angehört, über die Zeilen nachgedacht und gar nicht bemerkt, wie sehr es mich durch die letzte Zeit begleitet hat.    Ich habe mich öfters angeschwiegen, und vielleicht auch ab und zu angelogen. Nicht aktiv, nicht absichtlich. Sondern manchmal auch mehr, weil meine Wünsche und Erwartungen so besser geklungen haben, als es die Realität doch war. Aus reinem Selbstschutz und weil es mir doch gut geht. Geht es doch, oder?   Aus Schranken werden Weichen.  Wenn wir uns jedoch den Blick so verbauen, dann werden, die Mauern, die wir errichten, wegweisend. Wir legen un...

(Luxus)Probleme

Wir tendieren dazu, gewisse Probleme abzuwerten oder unsere vielleicht sogar aufzuwerten, um am Schluss zu merken, dass es noch viel Grösseres und Wichtigeres gibt als das, was uns im Moment beschäftigt.    Und wenn ich zurückschaue zu meinem 13-jährigen Ich, dessen grösstes Problem es war, ob ihr Schwarm ihr zurückschreibt und wenn nicht, weshalb denn nicht und ob ich ihm doch nochmal schreiben soll. Und vielleicht hätte es mein Problem sein sollen, ob dieser Kajalstrich auf meiner Wasserlinie meinem Aussehen wirklich etwas Gutes tut oder ob es schlau ist, mir diesen Pony zu schneiden.    Je älter wir werden, umso mehr werden unsere Probleme und Sorgen unterschiedlicher. Bei den einen dreht sich schon alles um das Heiraten und Familienplanung, andere haben Existenzängste, nerven sich darüber, weshalb ihr Internet nicht funktioniert und wiederum andere kämpfen sogar um ihr Leben.  Können wir diese Probleme vergleichen? Nein. Müssen wir werten, welche Probleme da...

Echo

Vor allem in meiner Jugend war ich oft laut. Akustisch. Habe mich versucht dadurch durchzusetzen, zu definieren. Ich war temperamentvoll und sobald meine Pubertät in vollem Gange war, war es mir von Weitem anzusehen, wie es mir geht. Hochjauchzend oder tiefbetrübt, ich lebte das ganze Spektrum voller Inbrunst, was nicht nur für mich unglaublich anstrengend war, sondern wahrscheinlich auch für mein Umfeld.    Das ist nun mehr als zehn Jahre her und es hat mich all diese Zeit gebraucht, um zu merken, dass man auch gehört wird, wenn man nicht «schreit», und dass man auch sich dann sein kann, wenn man Dinge tut, die so niemand von einem erwartet.  Und das wichtigste, dass ich für mich gelernt habe, ist Distanz einzunehmen zu demjenigen, das mich innerlich und auch äusserlich laut werden lässt. Mein emotionales Ich für einen Moment in die Pause zu schicken und mein rationales Ich sprechen zu lassen.    Oft habe ich Dinge bemängelt, ohne mir überhaupt davor überlegt z...