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Ablehnung ist nicht immer (d)ein Verlust

Diese Woche bin ich über das englische Wort « rejection »  Ablehnung  gestolpert, während ich eine Dokumentation geschaut habe. Und warum auch immer, war da am nächsten Morgen plötzlich dieser Satz in meinem Kopf: « Rejection is not always (your) loss » - Ablehnung ist nicht immer (d)ein Verlust.  Und vielleicht ist es genau dieser Satz, der mich hierhergebracht hat. Dahin, wo ich heute bin. Denn es gab einen Moment in meinem Leben, in dem ich Ablehnung erfahren habe, und dadurch aber gleichzeitig so viel reicher wurde.  Hättest du mich noch vor drei Jahren gefragt, was meine grosse Leidenschaft ist, hätte ich, ohne zu zögern, «Handball» geantwortet. Seit meinem zehnten Lebensjahr war diese Sportart Mittelpunkt meines Lebens. Es hat mir Inhalt und Ziele gegeben, hat mich Disziplin, Struktur, Zuverlässigkeit und auch Teamfähigkeit gelernt. Es war nicht nur mein Hobby, sondern auch eine Art Lebensschule. Es war der Verzicht, der mir viele Jahre lang gar nich...

Nicht in diesem Leben

«We are like parallel lines; always close, but never together.» Wir sind wie Parallelen; immer nahe, aber nie zusammen.  Es gibt Menschen, die fühlen sich an, als ob sie einen Teil unseres Lebens sein sollten. Als ob sie dazu gemacht wären, dass man mit ihnen eine Beziehung oder eine Freundschaft führt. Als ob sie ein Puzzleteil wäre, dass dazugehört. Aber irgendwie, möchte das Puzzleteil doch nicht so ganz passen.  Es ist ein bisschen wie in diesem Kinderspiel «Chum mit, gang wäg». Da steht man in einem Kreis; ein Kind steht ausserhalb des Kreises. Dieses tippt ein anderes Kind an und sagt entweder «komm mit» oder «geh weg». Ziel ist es, einmal um den Kreis zu laufen und dann als erstes die entstandene Lücke zu füllen. Oder so.  Fakt ist: Mit manchen Menschen ist es auch so. Man ist sich nahe, man hat Gemeinsamkeiten, man ist sich sympathisch und irgendwie, ist da eine gewisse Anziehung. Auf welche Art und Weise auch immer. Man «stupst» sich an, aber irgendw...

Dich durch meine Augen sehen

«All die Dinge, die wir eigentlich hören müssten, sagen wir zu allen anderen, ausser zu uns.» Ich war neulich auf einer Hochzeit, einer wunderschönen Hochzeit. Und ich sage dir, dass man die Liebe nicht nur sehen, sondern auch spüren konnte. Spätestens beim Eheversprechen. Spätestens dann, als der Bräutigam meinte: «Nur ein Wunsch wird mir wohl leider immer verwehrt bleiben: Ich würde gerne, für einen Tag, erleben, dass du dich durch meine Augen sehen kannst. Denn ich glaube nur so würdest du verstehen, wie einzigartig und besonders du für mich bist.» Mich hat das so tief berührt, und vielleicht fast ein bisschen erschüttert. Denn ich glaube, er hat genau die Achillesferse angesprochen, die so viele von uns haben, ich inbegriffen.  Denn ich merkte, wie schwer es mir fällt, von anderen zu akzeptieren, wie sie mich sehen. Und zwar nicht die Kritiker angesprochen, sondern diejenigen, die mir Komplimente aussprechen. Ich bin so streng und perfektionistisch mit mir und den ...

Semikolon

Ich liebe geschriebene Worte.  Ich rede aber auch sehr gerne. Mittlerweile höre ich auch gerne zu. Manchmal fällt es mir jedoch schwer, auf die Schnelle die richtigen Worte zu finden. Nicht, weil sie mir fehlen, sondern aus lauter Angst, dass das, was ich gerne sagen möchte, nicht das aussagen kann, was ich sagen möchte.  Aber damit ich wirklich die Worte dafür finde, was ich sagen möchte, schreibe ich.  Das rede ich mir zumindest ein. Und dann kommt es so aus mir raus, es fliesst in meine Hände und meine Fingerkuppen tippen auf die Tastatur ein. Gleichzeitig gibt es mir Zeit, es so detailliert zu sagen, wie ich es eben als nötig finde, und versuche meine Gedanken auf den Punkt zu bringen. Ich liebe den Freiraum, den ich so gerne lasse, damit sich jeder seine eigene Geschichte in meine Texte reindenken können.  Und was ich so unglaublich am Schreiben liebe, sind die Satzzeichen. Kleine Punkte und Striche, die so viel mehr am Geschriebenen verändern kö...

Toxisch

Es heisst zwar, dass man sich immer zweimal im Leben sieht.  Vielleicht reicht das aber auch völlig aus.  Neulich schrieb ich einer Freundin, dass ich manchmal das Gefühl habe, meine Regeln zu brechen. Sie antwortete mir: Wofür sind deine Regeln gut? Wieso hast du sie aufgestellt und was passiert, wenn du sie brichst? Denn: Nicht alle Regeln sind gleich wichtig.  Allein diese Fragen zu hören, klärte in mir schon ganz viel. Manchmal lohnt es sich, die Regeln zu verändern, zu brechen oder halt neue aufzustellen, weil alte halt einfach nicht mehr funktionieren. Wir sind die einzigen, die unsere Regeln kennen und denen es vielleicht auch wichtig ist, dass wir sie befolgen.  Für gewisse Dinge lohnt es sich, Regeln zu brechen und für andere lohnt es sich, die Sache zu umgehen oder zu beenden, die einen dazu forciert, dass man seine eigene Regel bricht oder brechen sollte.  Gleichzeitig schickte mir meine Freundin auch einen Buchausschnitt, welcher von...

Deine Botschaft an die Welt

Ich bin vergangenes Wochenende auf folgende Frage gestossen: «Du kannst eine gigantische, 100 Meter breite Werbetafel nutzen und sie platzieren, wo du willst. Was würdest du darauf anzeigen und warum?» Ich habe relativ spontan aus dem Bauch heraus entschieden und finde eigentlich immer noch, dass ich meine Botschaft so drucken würde:  Wenn du dich selbst mehr lieben würdest, müsstest du dich nicht so oft mit anderen beschäftigen.  Vielleicht denkst du: 100 Meter verschwendet für so etwas? Ich meine, meine Werbung bringt keine Einnahmen und wirbt «nur» für die Sache selbst. Aber meiner Meinung nach ist es die Sache, wofür es sich zu werben lohnt. Denn ganz oft nerve ich mich über mich selber, weil oft andere Menschen im Zentrum von Gesprächen stehen, über die ich nicht ausschliesslich positiv rede. Doch was bringt es mir, wenn ich mich mit dem auseinandersetze, was andere können oder eben auch nicht?  Es bringt mir schlichtweg keinen Mehrwert, solange es...

Was du nicht veränderst, das wählst du

Immer wieder stolpere ich über alte Texte, Zitate und Sprüche, welche ich irgendwo gespeichert habe. Und manchmal scheint der richtige Moment für mich gekommen zu sein, um diese Texte wieder zu lesen. Manchmal ist es auch bei meinen eigenen Texten so und oft kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, dass ich sie tatsächlich geschrieben habe. Item.  Heute Morgen habe ich in meinen Smartphone-Notizen folgendes Zitat aus dem Buch «Allein unter Schildkröten» von Marit Kaldhol gefunden:  " Von allen Tieren ist der Mensch das einzige Lebewesen, das über seine Existenz nachdenkt. Der Mensch fragt nach dem Sinn des Lebens und denkt darüber nach, warum wir leben und dass wir sterben müssen. Der Mensch ist das einzige Wesen, das in der Lage ist, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen,  das sich bewusst ist, dass wir eine reelle Wahl haben. Der Mensch ist das einzige Wesen, das ein anderes Lebewesen künstlich am Leben erhalten kann. Obgleich unsere Körper im Grunde gen...